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Digitalisierung im Handwerk –
Was Bringt`s?

 

EIN BEITRAG VON
BENjAMIN KOCH

Handwerk – wertvoller Bestandteil unserer Wirtschaft

Das Handwerk umfasst einen wesentlichen Teil der Wirtschaftslandschaft in Deutschland. Ungefähr 1 Mio. Betriebe beschäftigen über 5 Mio. Mitarbeiter und damit fast 13% der Angestellten in Deutschland.
Gerade die nordrhein westfälische Metropole Ruhr steht wie kein anderer Landstrich in Deutschland für deutsches Handwerk und wird durch eine Vielzahl an handwerklichen Betrieben geprägt. Ob Zeche Zollverein in Essen, der Tetraeder in Bottrop oder die Route der Industriekultur – die Beispiele für hart arbeitende Menschen liegen vielfach vor unserer Haustür.

Doch viele der ansässigen Unternehmen haben Existenzsorgen. Dabei spielen Globalisierung und der digitale Wandel eine wesentliche Rolle. 
Zum Beispiel stellen große Onlinehändler den Handwerker vor Probleme. Viele Waren, die klassisch über Handwerker bezogen und von Handwerkern verbaut wurden, sind heute online erhältlich und vom Kunden selber zu installieren. Das betrifft Elektronik wie Alarmsysteme und Heizungssteuerungen, den Sanitärbereich oder auch die Reparatur von KfZ und Fahrrad. Auch Onlineplattformen wie „My-Hammer“, die mit der Vermittlung günstiger Dienstleistungen werben, sind eine Herausforderung.

Speziell ist die Situation im Ruhrgebiet, da durch den Umbruch derzeit noch viele Fachkräfte in der Region leben, die offen für neue Herausforderungen im Bereich Industrie 4.0 und auch in der Digitalisierung des Handwerks sind, aber derzeit keinen Job haben.

Eine weitere Sorge betrifft den Nachwuchs.
Bedingt durch den gesellschaftlichen Wandel im Zuge der Digitalisierung sinkt das Interesse junger Menschen an Berufen, die handwerkliche Fertigkeiten erfordern. Dazu kommen Vorurteile über geringe Bezahlung und mangelhafte Reputation. 

Nicht zuletzt ist Deutschland nicht zu Unrecht bekannt für eine Vielzahl an Vorschriften und eine überbordende Bürokratie. Die zusätzlichen Regeln der DSGVO haben 2018 viele Betriebe an den Rand der Leistungsfähigkeit ihrer Büroabläufe, Kundenkommunikation und Buchhaltung gebracht. 

Was tun?

Handwerk und Digitalisierung – wie wird das zum Erfolgskonzept?

Der Begriff Digitalisierung ist sehr schillernd. Gemeint sein kann damit die Umwandlung von Daten in Papierform in ein digitales Format. Aber auch mit künstlicher Intelligenz und dem Internet der Dinge müssen sich auch kleine Unternehmen zunehmend beschäftigen. Die Bandbreite ist riesig.

Und bietet damit jede Menge Chancen für das Handwerk. 

Neue Absatzwege, neue Möglichkeiten Kunden zu kontaktieren, einfache Lösungen für Personalverwaltung oder Terminvereinbarungen sind nur einige der chancenreichen Felder. 

Der größte und umfangreichste Schritt wäre die Digitalisierung des gesamten Geschäftsmodells. Das wäre zum Beispiel der Fall, wenn ein Fliesenleger seine Waren nicht mehr persönlich über seine Aufträge verkauft, sondern einen Onlineshop einrichtet und das Verlegen der Ware beim Kunden über eine Onlineplattform an andere Handwerker vermittelt, natürlich gegen eine Provision.

So weit muss es aber gar nicht gehen. 

So finden Sie heraus, welchen Digitalisierungsbedarf Ihr Unternehmen hat und wie Sie anfangen: 

1. Verschaffen Sie sich einen Überblick über Wege und Zeiten

Im Physikunterricht haben wir das alle gelernt – Arbeit ist Weg mal Zeit. Diese einfache Grundregel hilft bei der ersten Analyse des eigenen Geschäftsmodells.
Wege und Zeiten meint einfach alles, was einen Weg zurück legt oder Zeit kostet. Das kann die Ware von der Bestellung bis Lieferung sein oder der Mitarbeiter auf dem Weg zum Kunden. Aber auch die Strecke vom Lager in die Werkstatt oder die aufwändige und ungeliebte Buchhaltung für den Steuerberater.
Wo liegt der größte Zeitaufwand?
Wo sind die längsten Wege?

Oft kommen bereits bei der Analyse erste Ideen, wo Zeit eingespart und Mitarbeiter für andere Aufgaben eingesetzt werden könnten.
Natürlich kann nicht alles einfach umgestellt werden. Ein Schreiner wird das Balkongeländer immer noch in seiner Werkstatt bauen und dann bis zum Kunden transportieren müssen. Aber vielleicht gibt es Lösungen, um die Vermessung des Balkons vorab digital vornehmen zu können und Anfahrtswege und -zeit zu sparen?

Besonders im Bereich Büroorganisation und Buchhaltung sind viele Handwerker noch traditionell unterwegs. Belege werden unsortiert gesammelt, Rechnungen mehrfach ausgedruckt, Bilanzen nur halbjährlich erstellt.
Die Folge sind fehlender Durchblick über die Geschäftszahlen, horrende Buchhaltungskosten und risikoreiche Fehler bei der Steuererklärung.
Dabei gibt es gerade hier bereits eine Vielzahl an sinnvollen Erleichterungen.

2. Verschaffen Sie sich einen Überblick über Digitalisierungsangebote

Ob es bereits Angebote für die digitale Abwicklung Ihrer Arbeitsbereiche gibt, erfahren Sie online. Fragen Sie Suchmaschinen. 

Häufig erfordert z. B. die Terminplanung mit Kunden einen erheblichen Aufwand, da ein gemeinsamer Telefontermin gefunden werden muss oder ein mehrfacher Mailwechsel erforderlich ist bis ein Termin feststeht.
Hier gibt es längst digitale Möglichkeiten: Sie könnten z. B. Friseure Ihren Kalender online sichtbar machen und Kunden die Möglichkeit geben Termine direkt zu buchen. 

Je besser die Lösungen sind die bereits existieren, desto einfacher können Sie umstellen. Daher loht die Recherche vorab, damit Sie die richtigen Punkte schnell und kostengünstig angehen können.

3. Testen Sie zunächst für einen kurzen Zeitraum

Wichtig ist, Ideen zunächst kritisch zu testen. Einer der häufigsten Fehler ist, dass teure Software oder Hardware angeschafft oder langfristige Serviceverträge eingegangen werden, bevor die Lösung überhaupt im Alltag getestet wurden.
Die meisten Anbieter bieten Testversionen oder -zeiträume. Oder testen Sie z. B. eine App zur Zeiterfassung erst mit einem Mitarbeiter, bevor Sie die Lizenz für alle Geräte erwerben.

Sollte ein Produkt nicht funktionieren, haben Sie keine Scheu es wieder abzuschaffen und gegen eine andere Lösung auszutauschen. 
Der digitale Wandel erfordert Übung und etwas Erfahrung. 

4. Fragen Sie Ihren Kunden!

Ironischer Weise wird oft derjenige kaum einbezogen, um den es eigentlich geht: Der Kunde.
Dabei liegt hier nicht nur das Geld, sondern auch ein großes Potenital für Ideen. Hören Sie genau hin, wenn Kunden ihnen von Sorgen und Problemen mit Handwerkern erzählen. Stellen Sie Rückfragen und versuchen herauszufinden, was der Kunde sich wünscht. 

Sollten Sie neue digitale Lösungen ausprobieren, fragen Sie unbedingt Kunden, die involviert sind. Nicht jeder bucht z. B. seine Termine gerne unpersönlich über eine App. Versuchen Sie auch hier einen guten Weg zu finden. 

5. Mutig und kreativ bleiben!

Lassen Sie sich nicht entmutigen!
Ehrlicherweise haben nur wenige kleine Unternehmen bereits umfassende Erfahrungen mit digitalisierten Geschäftsabläufen. Testen und aus Fehlern lernen ist eine wichtige Eigenschaft.

Wenn Sie unsicher sind und einen Ratschlag benötigen trauen Sie sich zu fragen. Kollegen, Kunden, Lieferanten. Oder auch Agenturen die auf Digitalisierung spezialisiert sind. 

 

Viel Erfolg in der digitalen Zukunft!

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